In Baden-Württemberg werden jährlich mehr als 20 Prozent der Ausbildungsverhältnisse vorzeitig aufgelöst – aus unterschiedlichen Gründen. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen bedeuten Vertragslösungen eine große, auch finanzielle Belastung. Gleichzeitig wird der Fachkräftebedarf in der Wirtschaft auch in den kommenden Jahren weiter steigen, während Arbeitskräfte ohne abgeschlossene Berufsausbildung weniger gefragt sind.

Zwar münden ca. 50 Prozent der Jugendlichen nach einer vorzeitigen Vertragsauflösung wieder in eine vollqualifizierende Ausbildung ein; die andere Hälfte bleibt jedoch ohne Berufsabschluss – mit negativen Folgen für die berufliche und soziale Zukunft.

Das vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg geförderte Programm hat zum Ziel, gefährdete Ausbildungsverhältnisse zu stabilisieren und die Zahl der Vertragslösungen zu verringern. Zudem sollen kleine und mittlere Betriebe so unterstützt werden, dass eine qualitativ hochwertige Ausbildung gelingt. Dazu werden Ausbildungsbegleiterinnen und Ausbildungsbegleiter gefördert, die sowohl Auszubildende sowie Ausbilder und Ausbilderinnen bei Problemen individuell unterstützen und begleiten. Ist eine Vertragslösung nicht zu vermeiden, werden gemeinsam geeignete Anschlussperspektiven entwickelt und umgesetzt.

Die landesweite Koordinierungsstelle der Beratungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Handwerk und Mittelstand GmbH (BWHM GmbH) wurde eingesetzt, um die Ausbildungsbegleiterinnen und Ausbildungsbegleiter zu unterstützen. Sie dient als Bindeglied zum Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau. Sie erarbeitet branchenspezifische Angebote im Hinblick auf die Qualität der Ausbildung, arbeitet an der der Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Projekts mit und macht Netzwerkarbeit. Zudem organisiert sie einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch und Fortbildungen für die Ausbildungsbegleiterinnen und Ausbildungsbegleiter.

Das Projekt arbeitet eng mit weiteren Akteuren der beruflichen Ausbildung zusammen und ist mit zahlreichen professionellen Hilfsangeboten, wie z.B. der Agentur für Arbeit, Berufsschulen, Trägern von Förderprogrammen, Kammern sowie Beratungsstellen für spezifische Problemlagen vernetzt. Zudem gibt es eine Kooperation mit der Initiative Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen (VerA). Deren ehrenamtlich tätige Fachleute im Ruhestand stehen für je einen Auszubildenden bzw. eine Auszubildende z.B. für fachbezogene Fragen der Ausbildung zur Verfügung, begleiten Übungen für die Berufspraxis oder unterstützen die Vorbereitung auf Prüfungen.